Einkauf in die Pensionskasse: Steuern sparen, Rente erhöhen

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Die 2. Säule ist für viele Schweizer das grösste Vermögen – und das am schlechtesten verstandene. Dabei stecken im Einkauf in die Pensionskasse gleich zwei Vorteile: sofortige Steuerersparnis heute und höhere Rente morgen. So funktioniert das Zusammenspiel aus Koordination, Umwandlung und Einkauf.
Koordinierter Lohn: Was ist überhaupt versichert?
Versichert ist nie der volle Lohn. Vom Bruttolohn wird der Koordinationsabzug (CHF 26'460, Stand 2025) abgezogen; versichert sind maximal CHF 64'260. Beispiel: Bei CHF 95'000 brutto beträgt der koordinierte Lohn CHF 68'540 – allerdings gedeckelt auf CHF 64'260. Alles darüber ist für die obligatorische Vorsorge unsichtbar (viele Kassen versichern überobligatorisch weiter).
Der Umwandlungssatz: 6,8 % sind Gesetz
Im Obligatorium wird das Altersguthaben mit 6,8 % in eine Jahresrente umgewandelt: CHF 400'000 Guthaben ergeben CHF 27'200 Rente pro Jahr. Viele Kassen wenden im überobligatorischen Teil tiefere Sätze (oft 5–5,5 %) an – prüfen Sie Ihr Vorsorgeausweis genau, denn der Unterschied beträgt Tausende Franken jährlich.
Der Einkauf: doppelter Hebel
- Steuerhebel: Jeder eingekaufte Franken mindert das steuerbare Einkommen. Bei CHF 50'000 Einkauf und einem Grenzsteuersatz von 25 % sparen Sie CHF 12'500 Steuern – sofort.
- Rentenhebel: Das Guthaben wächst weiter und erhöht die spätere Rente. CHF 50'000 Einkauf bedeuten bei 6,8 % rund CHF 3'400 zusätzliche Jahresrente.
- Fristen beachten: Innerhalb von drei Jahren nach einem Einkauf darf kein Kapitalbezug erfolgen, sonst wird der Steuerabzug rückgängig gemacht.
Beispiel: 45-jährige mit Lücke
Nach Studium und Teilzeitjahren fehlen Frau M. CHF 120'000 im Guthaben. Sie kauft über drei Jahre je CHF 40'000 ein. Bei einem Grenzsteuersatz von 28 % spart sie total rund CHF 33'600 Steuern, und ihre projizierte Jahresrente steigt um über CHF 8'000. Der Ausweis Ihrer Kasse zeigt Ihre persönliche Einkaufslücke schwarz auf weiss.
Rente oder Kapital? Eine Entscheidungshilfe
- Volle Rente: lebenslanges, garantiertes Einkommen; ideal bei hoher Lebenserwartung und ohne grosse Ersparnisse daneben.
- Volles Kapital: Flexibilität, Vererbbarkeit, eigene Anlagestrategie – aber Eigenverantwortung bis 90+.
- Mischung (empfohlen): Grundbedarf über die Rente sichern, Rest als Kapital für Flexibilität und Steuern staffeln.
- Steuer-Timing: Kapitalbezüge werden separat zum Vorsorgetarif besteuert – gestaffelte Bezüge über mehrere Jahre und Kantone senken die Progression.
Vorbezug für Wohneigentum (WEF): die Regeln
Statt einzukaufen, können Sie Guthaben für selbstbewohntes Wohneigentum vorbeziehen – mit klaren Leitplanken:
- Mindestbetrag: CHF 20'000 pro Bezug (einmalig alle 5 Jahre möglich).
- Besteuerung: separater Vorsorgetarif, deutlich tiefer als der ordentliche – bei CHF 100'000 Bezug grob CHF 5'000–8'000 Steuer je nach Kanton.
- Rückzahlungspflicht: bis drei Jahre vor Pensionierung möglich und bei Verkauf Pflicht.
- Alternativ: Verpfändung statt Bezug – das Guthaben bleibt investiert, die Bank erhält ein Pfand.
Mini-Fall: Einkauf mit 55
Herr B., 55, hat CHF 180'000 Guthaben und CHF 90'000 Einkaufspotenzial. Er kauft CHF 45'000 ein: Bei 30 % Grenzsteuersatz spart er CHF 13'500 Steuern im Jahr des Einkaufs. Die CHF 45'000 wachsen bis 65 zu rund CHF 60'000 (bei 3 %). Seine Jahresrente steigt um ca. CHF 3'060 (6,8 %). Wichtig: Nach dem Einkauf drei Jahre keinen Kapitalbezug planen – sonst droht die Nachbesteuerung. Wer mehrere Tranchen plant, staffelt sie über Jahre mit jeweils hoher Progression.
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Häufige Fragen
- Lohnt sich ein Pensionskasseneinkauf noch kurz vor der Pensionierung?
- Oft ja: Der Steuerabzug wirkt sofort, und selbst wenige Verzinsungsjahre erhöhen die Rente. Beachten Sie die Drei-Jahres-Sperrfrist für Kapitalbezüge.
- Was passiert bei einem Austritt mit meinem Guthaben?
- Es geht auf ein Freizügigkeitskonto; beim neuen Arbeitgeber fliesst es in dessen Kasse. Lassen Sie es nie unüberlegt auf mehrere Konten splitten.
- Rente oder Kapital?
- Rente sichert lebenslanges Einkommen, Kapital gibt Flexibilität und Erbbarkeit. Viele wählen eine Mischung – abhängig von Gesundheit, Steuern und Familie.